Pressemitteilung – Unsere Vorschläge für den neuen Ferdinandplatz

Mit der Bebauung des Ferdinandplatzes wird sich nach Jahrzehnten vergeblichen Wartens eine der letzten innerstädtischen Nachkriegsbrachen mit Interimslösung als Großparkplatz schließen. Mit dem Bau des Neuen Technischen Rathauses erwächst der Landeshauptstadt als Bauherrin allerdings auch die Aufgabe, in Bezug auf Form und Inhalt ein besonderes Maß an Sensibilität zu zeigen. Dies gilt zum einen für die Vorgabe der architektonischen Leitlinien, ebenso, wie für den Kommunikations- und Partizipationsprozess bürgernahes Handelns.
Das heißt, auch wenn es sich um einen dringend benötigten Verwaltungsbau handelt, möchten wir als Bürgerinitiative anmahnen, dass es hier sorgsam zwischen unterschiedlichen Interessen abzuwägen gilt und es deshalb als notwendig betrachtet werden muss, die Bürger als Kooperationspartner für den Planungsprozess mit ins Boot zu holen.
Dies erscheint uns gerade vor dem Hintergrund geboten, da aus Zeitmangel ein Generalunternehmer sowohl Planung, als auch die Bauleitung übernehmen soll und wir hier – an zentraler innerstädtischer Stelle – anspruchsvolle Qualitätsmerkmale in Architektur und Ausführung gesichert wissen möchten.
Die Pläne für den Neubau des technischen Rathauses wurden bereits in Ortsbeiräten und anderen Gremien vorgestellt, im März d.J. wird der Stadtrat dann entscheiden.
Die Vorabauswahl soll aus fünf Anbietern erfolgen, die ihre Entwürfe für den Neubau vorgestellt haben, für Detailfragen wurde durch Baubürgermeister Herrn Schmidt-Lamontain bereits eine Bürgerbeteiligung vorgeschlagen. Wir begrüßen dieses Ansinnen, möchten aber anmerken, dass eine Debatte auf breiter inhaltlicher Basis geführt werden sollte. Eine Bürgerbeteiligung, bei der es lediglich um Detailfragen geht, kann einer ganzheitlichen, anspruchsvollen Aufgabenstellung unserer Meinung nach nicht genügen.

Wir fordern daher den Baubürgermeister und den Bauausschuss auf, die eingereichten Planungsvorschläge den Dresdnerinnen und Dresdnern bereits jetzt zur Offenlage zugänglich zu machen. Von der Herangehensweise eines Wettbewerbsverfahrens könnte das laufende Verfahren zur Gestaltung des Königsufers (ggf. in modifizierter Form) auch für den Ferdinandplatz als Leitlinie dienen.
Als wesentlich erscheint uns nochmals darauf hinzuarbeiten, dass es keine interne Vorab-Entscheidung von Seiten der Stadt geben darf. Eine institutionalisierte Jury, die ohne die Meinungslage der Bürger zu erfassen, einen modernistischen Entwurf erzwingt, ist ebenfalls abzulehnen. Stattdessen möchten wir zu einer offenen und fairen Debatte
anregen, die im Rahmen echter Bürgerbeteiligung, volle Transparenz in allen Planungsverfahren gewährt, echte Partizipation ermöglicht und Gestaltungsmaxime – orientiert an den von uns entwickelten Leitlinien zur regionaltypischen Bauweise – für die Teilnehmer des Fassadenwettbewerbes vorgibt.

Das städtebauliche Konzept – die Baumassenstudie von Barcode-Architects – begrüßen wir, den darin enthaltenen Ansatz zur Fassadengestaltung (überdimensionierte und relativ einheitlich monotone Glasfassaden) lehnen wir jedoch ab, da er als Grundlage für eine dem Ort angemessene Erscheinungsform als ungeeignet erscheint und dem angeschlossenen Platz wenig Individualität im Sinne des „Genius loci“ verspricht.
Mit einem eigenen Konzept zur Fassadengestaltung des Ferdinandplatzes möchten wir gemäß unseren Gestaltungsleitlinien zur regionaltypischen Architektur Dresdens einen konstruktiven Beitrag zur Anregung leisten und die Verantwortlichen ermutigen, diese Chancen zu nutzen.

Das StadtbilDD -Team Dresden, 10.März 2018

Pressemitteilung als Download >> https://document.li/sTvo
Alle Visualisierungen unter Quellangabe lizenzfrei, mit freundlicher Genehmigung durch Patzschke-Architekten, Berlin. Fotomontage durch Stadtbildd (Benjamin Bartho/ Michael Wolf)

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1 Antwort

  1. Winfried Anders sagt:

    Bei der geplanten Bebauung handelt es sich um ein öffentliches Gebäude. Die Landeshauptstadt eine besondere Verantwortung bei der Umsetzung von Gestaltungsrichtlinien mit regionaltypischer Bauweise für Neubauten. Der Entwurf von Stadtbildd greift historische und moderne Baustile auf und ist gelungenes Beispiel regionaltypischer Architektur.

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