Narrenhäusel

Narrenhäusel ist der Name einer ehemaligen Gaststätte in Dresden. Sie befand sich am Neustädter Elbufer auf der gegenüberliegenden Seite des Blockhauses am Neustädter Brückenkopf der Augustusbrücke im Wohnhaus des kurfürstlichen Hofnarren Joseph Fröhlich. Es brannte im Zweiten Weltkrieg aus und wurde 1950 abgerissen. Das Narrenhäusel soll vom privaten Investor Frank Wießner weitgehend originalgetreu wiederaufgebaut werden. Das Grundstück will die Stadt Dresden 2020 an ihn verkaufen. Nach mehrmaligen Torpedierungen, Auflagen und einen städtebaulichen Wettbewerb, hat der Bauausschuss ein Machtwort gesprochen und sich für den barocken Entwurf entschieden.

Narrenhäusel Wettbewerbsbeiträge
Martin Trux, Bildrechte: Andreas Hummel, arte4d​
IPRO, Bildrechte: Andreas Hummel, arte4d​
Pontus Falk, Bildrechte: Andreas Hummel, arte4d

Aktuelles

13.03.2020

Machtwort vom Bauausschuss

Nach einer hitzigen Diskussion, hat der Bauausschuss nun entschieden. Das Narrenhäusl soll in der barocken Vorzugsvariante wieder aufgebaut werden. 

https://www.tag24.de/dresden/kultur-leute/ploetzlich-entschieden-so-wird-das-neue-narrenhaeusel-aussehen-1458600

Martin Trux, Bildrechte: Andreas Hummel, arte4d

06.02.2020

Stadträte beweisen Rückrat.

Die offensichtlich überforderte und unkoordinierte Jury um Baubürgermeister Schmidt-Lamontain und bekannter „Stadtplanerin“ Anja Heckmann hat wohl nun endlich den Bogen so weit überspannt, dass nun die Räte Taten auf die weichgespülten Worte der Modernisten folgen lassen wollen.

Nachdem man nun jahrelang seitens der Verwaltung nicht in der Lage war einen Ratsbeschluss zügig umzusetzen und auch in sogenannten „Fach-„gremien zu keinen deutlichen Beschlüssen oder in konkreten Worten formulierte Verbesserungen kam, scheint es den Stadträten im Bauausschuss endlich zu genügen. Man nimmt das Heft des Handelns endlich in die Hand und will zum Thema Narrenhäusel Sicherheit schaffen. Sicherheit für den Bauherren, den Standort und Sicherheit gegenüber den Dresdnern und Freunden der Stadt.

Zeit wirds! Wir haben uns lange genug von den Ränke- und Gesinnungsspielchen einschlägiger Zeitgenossen und Modernisten hinhalten lassen. Nur um immer wieder zu erkennen, dass sie sich keines Tricks und Hakenschlags zu schade sind, um nur ihre Sicht der Dinge als wahr und gültig durchzusetzen. Und so ist es schon schmerzhaft zu lesen, wenn im letzten Absatz des Artikels Baubürgermeister Schmidt-Lamontain zur Begründung einer weiteren endlosen Runde der Jurysitzung den Siegerentwurf zum NSM anbringt, mit den Worten: „Am Neustädter Markt haben wir uns die Zeit genommen, bis wir ein stimmiges Ergebnis hatten.“ – wo er doch gerade dieses Ergebnis mit ganz viel Mühe und Ostalgie zu torpedieren ersucht.

Ein Dank gilt den Räten, die nun endlich einmal zeigen, dass die Dresdner dieser Stadt was anderes möchten, als von ihrer Verwaltung für dumm verkauft zu werden. Denn der Verdacht, dass in Dresden Verwaltungsakt und Schikane nicht unbedingt zwei verschiedenen Vorgänge sein müssen, geht langsam auch schon überregional unbeteiligten Interessenten auf.

Wir hoffen auf eine gute und wohl gewählte Entscheidung am 11. März an der auch eine Verwaltung sich zügig zu halten hat. Denn zur Erinnerung: Sie ist für ihre Bürger da.

08.11.2019

Am 6. November wurde über den Verkauf des Narrenhäusel-Grundstücks der Landeshauptstadt entschieden.
Der notarielle Kaufvertrag kann nun unterzeichnet werden, außerdem ist für die Gestaltung ein weiterer Beschluss des Bauausschusses notwendig. Damit hat sich dieses Gremium ein Mitbestimmungsrecht gesichert und – aufgrund gemachter Erfahrungen – nicht alles der Verwaltung überlassen.

https://www.saechsische.de/…/narrenhaeusel-grundstueck-ist-…

08.11.2019

NEUGESTALTUNG NEUSTÄDTER MARKT

Im Ringen um die Wiedergewinnung historischer Identität zeichnet sich ein Minimalkonsens ab, wie er für Dresdens Stadtentwicklung leider typisch ist:
Die Wahrung über des Status quo wiegt schwerer, als die mühsam errungenen Verbindlichkeiten, die durch ideologische Querschläger zur Disposition gestellt und über formale Tricksereien verhindert werden sollen.
Unter diesen Bedingungen werden zeit-und kostenaufwändige Wettbewerbsverfahren zur Farce!

02.11.2019

JURY – ENTSCHEID ZUM NARRENHÄUSEL 
So wenig Harmonie wie möglich, auf diesen traurigen Nenner wird es bei der Überarbeitung der Entwürfe durch die derzeitige Jury der Gestaltungskommission wohl hinauslaufen.
Egal ob Dach – Gauben, oder Sockel – Gestaltung, Ausrichtung des Außenbereichs und dessen ansprechende Anbindung an die Augustus – Brücke hier ist Skepsis angebracht.
Die letzte Chance auf eine Korrektur in unserem Sinne wird in der anschließenden Absegnung der überarbeiteten Entwürfe durch den Stadtrat liegen.
In diesem Sinne planen wir unsere Positionen noch einmal zu konkretisieren, die wir zur gegebenen Zeit in einer Empfehlung an die politischen Entscheidungsträger richten werden.
Eines steht fest : das Umfrage – Ergebnis der SZ ist mit Vorsicht zu genießen, nicht nur aufgrund mangelnder Repräsentanz, sondern gerade auch im Hinblick auf Manipulation.

01.11.2019

PRESSESCHAU –
Resonanz auf unsere Kritik am Verhalten von Herrn Schmidt-Lamontain.

Kurze Anmerkung zur Kernaussage des Artikels:
Die Mitglieder der Gestaltungs-Kommission, Prof. Sulzer und Kaup haben – wie zu erwarten war – den Entwurf von Pontus Falk (Berlin) favorisiert, weil dieser am deutlichsten jene stilistischen „Brüche“ zeige, in denen das Narrenhäusel entstand.
Es wird also an den Grundlagen von TRUX und FALK weiter gearbeitet werden.
Dies dürfte vor allem für die Rückseite des Gebäudes interessant werden, da es von FALK dazu noch keine (veröffentlichte) Visualisierung gibt.

30.10.2019

BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT UND DEMOKRATISCHE REIFE – eine Stellungnahme

Nach Bekanntgabe durch die Stadt, war Dresdens Baubürgermeister,
Herr Schmidt-Lamontain, nicht bereit, an der Sitzung der Gutachter-Sitzung zum Wettbewerbsverfahren Narrenhäusel teilzunehmen.
Damit brachte er seinen Protest, gegenüber dem Verhalten des Investors zum Ausdruck: Das Veröffentlichen der Wettbewerbsbeiträge vor einer Entscheidung durch ein Gremium!
Wir, die Bürgerinitiative für Dresdner Baukultur, empfinden das Verhalten des Baubürgermeisters als höchst befremdlich.
Es scheint ein weiterer Akt im zu kritisierenden Dresdner Städtebau im Allgemeinen, der Verwaltung und den politischen Akteuren gegenüber, im speziellen zu sein. Es wird uns hier eine bühnenreife Darstellung geboten, die Auskunft darüber gibt, wie es um das demokratische Verständnis eines Volksvertreters bestellt ist. Gerade beim Thema Dresdner Städtebau ist uns dieser Zustand leider kein unbekannter.
Frank Wießner – Investor des zu rekonstruierenden Narrenhäusels – pflegt im aktuellen Fall einen beispielgebenden, basisdemokratischen Stil in der Behandlung von Neubauplänen und Informationspolitik gegenüber allen Dresdnern. Im Hinblick auf andere Investoren, wird eine solche Transparenz viel zu oft schmerzlich vermisst.

Nachdem Herr Wießner die gesamten Planungs- und Wettbewerbskosten aus privater Tasche finanziert – Bauverzögerungen hingenommen – alle Forderungen des Stadtplanungsamtes erfüllt hat, wäre es nun an Herrn Schmidt-Lamontain gewesen, ein Zeichen der Anerkennung und des Dankes zu setzen, oder wenigstens seine Arbeit zu tun.
Stattdessen setzt es nun harsche Kritik, da Herr Wießner die Im Wettbewerbs-Verfahren visualisierten Entwürfe transparent kommunizierte und der Öffentlichkeit zur Einsicht zur Verfügung gestellt hat.
Wir sehen in der Reaktion von Herrn Schmidt-Lamontain nicht nur ein Defizit demokratischer Reife, sondern auch ein Zeichen des Mangels an Respekt gegenüber allen Dresdnern, die sich hier erstmals vor einem Neubau über die zur Debatte stehenden Varianten informieren konnten.
Dem Investor ist es ein Herzensanliegen, unserer Stadt ein Stück verlorengegangene Identität zurückzugeben und dabei die Menschen „mitzunehmen“. Dies verdient größtmöglichste Unterstützung, keine Kritik!
Sicher steht die Einhaltung formaler Modalitäten außer Frage, aber sie dürfen nicht derart einseitig und restriktiv angewandt werden, wie wir es immer schon seitens des Stadtplanungsamtes miterleben und kritisieren mußten. Gerade die fehlende Transparenz steht dabei an erster Stelle!
Sehr geehrter Herr Schmidt-Lamontain, nach mehreren Jahren als Baubürgermeister Dresdens, sollten Sie langsam ein Gespür und den nötigen Respekt für die Anliegen und Belange der Bürger in Sachen Bauwesen entwickelt haben. Mit Ihrer Entscheidung, Protest gegen die angewandte Transparenz des Investors zu üben, und damit das Wettbewerbsverfahren persönlich zu torpedieren, hinterfragen wir besonders ihr Anliegen, bei Bauprojekten mehr Bürgerbeteiligung einzurichten.
Gerade in letzter Zeit ist zu erkennen, dass Sie schnell Abstand von demokratischen Willensbekundungen der Bürger nehmen, sollten diese nicht den eignen Vorstellungen oder der von nahestehenden Protestgrüppchen entsprechen.

Mit dem jüngsten Vorfall sehen wir den Zweifel an Ihren nach außen getragenen Motiven in puncto Bürgerbeteiligung bestätigt. Der Bürger-Dialog scheint Ihnen offenbar nur als Theater dienlich, wenn es darum geht, sich positiv der Presse gegenüber zu präsentieren.
Wir begrüßen als Bürgerinitiative für Dresdner Baukultur das Engagement Herrn Wießners sehr, entspricht es doch explizit dem, was viele Bürger Dresdens seit Jahren fordern: Absolute Transparenz bei Wettbewerben zu laufenden Bauvorhaben – besonders bei den öffentlich zur Debatte stehenden Entwürfen!

Sehr geehrter Herr Schmidt-Lamontain, durch Ihr Verhalten der „Arbeitsverweigerung“ hinterlassen Sie derzeit kein gutes Bild in der Öffentlichkeit.
Wir hoffen sehr, dass bürgerliche Partizipation für Sie mehr ist als ein Lippenbekenntnis und Sie die Möglichkeit einer konstruktiven Zusammenarbeit mit allen Investoren und besonders den Dresdner Bürgern – deren Vertreter Sie in Städtebau und Stadtbildfragen ja sind – zum Wohle unserer Stadt suchen und finden mögen.

28.10.2019

Endlich ist es soweit. Es gibt wieder Neuigkeiten über das Narrenhäusel zu berichten. Und diesmal nicht über die ewigen Hinhaltetechniken der Verwaltung (na gut, warten wir es ab), sondern tatsächlich werden heute die drei möglichen Bauvarianten veröffentlicht, die in den von der Stadt aufgezwungenen Wettbewerb einfließen.

StadtbilDDresden hat vorab Einsicht in die Beiträge bekommen und wir können sagen: es wird garantiert eine hitzige Debatte entbrennen.

Nach reichlicher Überlegung können wir uns auf eines einigen: Hauptsache es wird überhaupt gebaut! Es ist ein unablässiger städtebaulicher Bestandteil der Neustadt an der Augustusbrücke. Nie wurde das deutlicher als in der Debatte um die Bebauung am Neustädter Markt und am Königsufer. Um die beiden Stadtteile („Altendresden“ und „Neudresden“) wieder zusammenwachsen zu lassen, muss an dieser Stelle unbedingt wieder der Stadtraum entstehen, der die Quitessenz Dresdens sichtbar macht: die Symbiose aus Landschaftsraum und gewachsener Stadt mit Repräsentationsbauten aus mehreren Zeitschichten auf der einen Seite und dem lebendigen, kleinteilig bebauten Ufer auf der anderen Seite. Und genau dieses konnte und kann die Bebauung aus DDR-Zeiten nie leisten: zu grau, zu wuchtig, zu trist, zu kantig, zu kahl.

Nun also ein Schritt in die Zukunft, der nur gelingen kann, wenn man aus der Vergangenheit das Beste schöpft.

Wettbewerbsbeitrag 1: Architekt Pontus Falk
Wettbewerbsbeitrag 2: IPRO
Wettbewerbsbeitrag 3: Martin Trux

[Bildrechte: Andreas Hummel, arte4d]

Alle Beiträge haben ihre Vorteile und auch Nachteile. Besonders in der Debatte um die Ideologie von Neubau, Rekonstruktion und Interpretation sind wir sicher, werden die Gemüter hochkochen.

Wir von StadtbilDDresden möchten das Beste für das Stadtbild Dresdens und das Gesamterscheinungsbild erreichen. Eine Stadt, die in ihren Architekturen aus verschiedenen Epochen ein harmonisches Gesamtbild widergibt und Korrekturen an städtebaulichen Missgriffen und Fehlern, besonders des 20.Jahrhunderts, vornimmt. Das „sichtbar machen“ von Brüchen gehört ebenso dazu, wie das Aufleben von Verlusten durch Katastrophen oder Vorsatz.

So haben wir uns dazu entschieden den Wettbewerbsbeitrag Nummer 3 von Martin Trux zu unterstützen. Er zeigt das Narrenhäusel der Originalversion am nähsten und korrigiert dabei den östlichen, im Barock unabgeschlossenen Teil der rechten Seite der Doppelfassade. Der Beitrag wird dabei dem Wunsch der Architektenschaft nach Brüchen im Dresdner Stadtbild besonders gerecht, bildet er doch zum derzeit noch unbebauten Neustädter Markt in der Version der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts den größtmöglichen Kontrast ab. Gleichzeitig werden historische Bezüge zum bestehenden Blockhaus und dem Goldenen Reiter sichtbar, welche mit dem originalen Narrenhäusel eine barocke Dreieinigkeit abbilden, die dem Neustädter Markt seit der Zerstörung abhanden gekommen ist.

Die Version 3 atmet die DNA Dresdens und überträgt diese auf die Neustädter Seite. Die Augustusbrücke dient dabei als verbindendes Glied und führt die beiden Stadtteile wieder neu und zukunftsweisend zusammen. Die lange vermisste Symbiose zwischen Alt- und Neustadt erfährt damit eine Heilung und schließt unnötige Debatten über die Möglichkeit einer Diffamierung durch Umbauten im 20. Jahrhundert aus. In der potenziellen Zukunft als Flanierbrücke zu Fuß erleben die Elbwiesen mit mondäner Altstadt auf der einen und quirligen Neustadt auf der anderen Seite eine bestmögliche „Stadtwerdung“, die bis heute leider vermisst wird.

Das Narrenhäusel nach dem Original ist dabei unserer Ansicht nach der beste Kern aus welcher ein neuer Neustädter Markt wachsen und entstehen kann und soll.

Dass es andere Ansichten zur Sachlage gibt, ist uns wohlbekannt. Und diese werden sicher auch sehr intensiv in die Debatte getragen. Freuen wir uns auf die Meinungsäußerungen und hoffen für Dresden auf das beste Ergebnis. Auch in Hinblick auf die Bebauung des Neustädter Marktes und Königsufers.

Hofnarr Fröhlich hätte sicher seine Freude an uns Zeitgenossen der argumentativen Argumentationsgeysiere gehabt.

 
Narrenhäusel an der Augustusbrücke Ende der 1930er Jahre​

aktuelle Situation

Bildrechte: Benjamin Bartho

Bildrechte: Benjamin Bartho

Bildrechte: Benjamin Bartho

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