Klotz, Kiste, Riegel, Klotz… und immer so weiter

Was könnte man mit einem Funken Kreativität alles aus diesem riesigen Areal herausholen?! Aber scheinbar bleibt genau diese Kreativität beim Ausquetschen des Geländes auf maximale Rendite schon in den Anfangsstadien auf de Strecke. Es ist ein Trauerspiel.

Gleichbleibende Trauf- und Firsthöhen bei langweiligen Flach- und Staffelflachdächern – die Eintönigkeit gibt in der Höhe ihren Auftakt. Fortgeführt wird diese Tristesse an den Fassaden, sofern man gedämmte Wände mit Öffnungen (formals Fenster) noch so nennen darf – denn eine Fassade soll ein Gesicht des Hauses sein. Was bisher gezeigt wird ist so erschreckend banal und gesichtslos, dass keiner wüsste, ob man Front oder Rektum der Kisten betrachtet. Die Planer scheinen nichtmal in die Verlegenheit gekommen zu sein, in die Trickkiste für Fassadenmaterialien zu greifen und wenigstens Klinker zu verwenden (auch schon ein furchtbar inflationär gebrauchtes Material in Dresden).

Man kann es nicht anders sagen: Architekten fällt nichts mehr ein. Garnichts. Kreativität glimmt nichtmal im Ansatz auf. Wenn die Fahrbahn der Sternstraße keine Biegung machen würde, wär nicht mal ein gebogener Baukörper zu erwarten gewesen. Jede Wette. Man könnte sich Absätze lang über dieses Projekt auslassen und seine Unzulänglichkeiten bis ins Detail beschreiben. Aber wir wollen Verbesserungen und deswegen hier ein paar Tips – direkt an die Planer gerichtet, denn wie die Gestaltungskommission sehr richtig sagte: „Mit dieser Lösung kommen wir an diesem Ort nicht weiter. Das ist ganz normaler Siedlungsbau, der auf der ganzen Welt stehen könnte“ – und leider auf der Welt und in DD zu Genüge steht.

Vorschläge:
– unterschiedliche Trauf- und Firsthöhen – auch innerhalb eines Riegels
– ausgebildete verschiedene Schrägdachformen
– zu unterscheidende, sich nicht wiederholende Fassadengestaltungen mit verschiedenen Materialien
– erhöhter Baukörper am Brückenkopf nach Übigau
– differenzierte, nicht breiter als eine Parzelle gestaltete Fassade an den langen Gebäudekörpern
– blockrandige Schließung als Option
– deutlich gestaltete Ecksituationen schaffen, die sich zum Hauptbaukörper unterscheiden und einen Auftakt für das Gebiet wenigstens andeuten

Und wenn sich Herr Ralf Rossig nicht mit derlei Details aufhalten möchte, dann soll er die einzelnen Gebäude als Projekte an die TUD oder HTW in die Gestaltungskurse der Architekturstudenten geben. Selbst als Anfänger könnte man hier noch kreativere Ergebnisse liefern, als die „Profis“ hier am Freitag vorgestellt haben. Die Wahrscheinlichkeit ist jedenfalls deutlich höher. Und wenn man es geschickt anstellt, haben alle Seiten was davon.

Bild: r3 project

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