Erweitertes Positionspapier zur erneuten Offenlage „Lingnerstadt“

Die Bürgerinitiative Stadtbild Dresden hat sich bereits frühzeitig bei den Planungen und Gestaltungsfragen der neu entstehenden „Lingnerstadt“ geäußert. Erstmals wurde zu dem Thema von uns im September 2016 Stellung bezogen. Darin begrüßen wir den städtebaulichen Gewinnerentwurf von Peter Kulka:

Positionspapier „Lingner Altstadtgarten“

Erweitertes Positionspapier zur erneuten Offenlage
Die angestrebte Kleinteiligkeit, auf Grundlage der Parzelle im Straßenblock, sowie die Mischnutzung mit Kleingewerbe, Wohnungen und Büros sind bei guter Planung und Umsetzung in der Lage, diesen Teil der Pirnaischen Vorstadt endlich an das Zentrum anzubinden und ein lebendiges Viertel zu schaffen.

Die zwischenzeitlich bekannt gewordenen Architekturentwürfe zu diesem Gebiet, bedürfen aber weiterhin grundlegender Verbesserungen. Auch hierzu hat Stadtbild Dresden schon im Vorfeld versucht auf Parameter von Entwurfsresultaten einzugehen. So möchten wir das Augenmerk abermals auf verbesserungswürdige Punkte bei allen bereits bekannten und zukünftigen Entwürfen lenken:

  • Vermeidung durchgehender Flachdächer bei gleichbleibender Gebäudehöhe/Traufe
  • Einzelfassaden sind zu strukturieren: Sockelgeschoss, Fassadenkörper, erkennbare Dachausbildung
  • einfachste geometrische Basiskörper (Würfel, Quader) dürfen nur die Basis, nicht das Endergebnis sein.
  • Ecksituationen sind zu betonen
  • repräsentative Architektursprache zur zentralen Achse, der Lingnerallee [Herr Kulkas vorgestellter Entwurf für die Nordseite des Blockes A der Lingnerstadt ist in seiner Architektur als einfacher Quader und seiner Materialität aus weißen Klinkern mit sichtbarer Verfugung abzulehnen.

Quelle: Peter Kulka – frühzeitig bekannte „Baumassenstudie“,

Quelle: Peter Kulka – rechts: fertiger Entwurf


Des Weiteren unterstützen wir folgende Maßnahmen und Zielvorgaben auch anderer Interessenvertreter,  wie:

  • die Rekonstruktion des Palais Kaskel-Oppenheim
  • die Ertüchtigung der Robotron-Kantine und ihre Einbindung in die städtebaulichen Rahmenbedingungen der Lingnerstadt-Süd, dem Hygienemuseum und der vorhandenen Grünflächen
  • und die vorausschauende Neuplanung des Gebietes der Lingnerstadt-Nord bis Pirnaischer Platz, Grunaer Straße, Lingernalle und Cockerwiese

Da dieses Gebiet nicht für sich allein existiert und in Kommunikation mit dem umgebenden Raum zu denken ist, sollten für zukünftige Fragestellungen zum Stadtraum folgende Gedanken Einfluss haben:

  • Der Neubau einer Schule ist auch Richtung Georgplatz möglich und entlastet die Begehrlichkeiten an der Cockerwiese. Ein kreativer Umgang mit den vorhandenen dreieckigen Grundstücke zwischen Lingnerstadt und Georgplatz [etwa Standort der historischen Kreuzschule – Körnerdenkmal] ließe einen Schulbau möglich werden, der zum einen die Wohnbebauung zum Verkehrsraum mehr abgrenzt und zum anderen den Georgplatz besser einfasst.
  • Die Lingerallee ist in ihrer historischen Anordnung zu behalten und sämtliche Bebauungen an dieser Situation anzupassen. Eine Begradigung bis zur Lennéstraße lehnen wir ab.
  • Die Grünflächen nördlich des Hygienemuseums und um die Robotronkantine sollten ansprechender und aufenthaltsfreundlicher gestaltet werden.
  • Ein Wiederaufbau des Prinzenpalais sollte nicht kategorisch ausgeschlossen werden.
  • Kommunikative, gestalterische, als auch architektonische Elemente sollten zwischen Neuem Rathaus und Lingnerstadt Anwendung finden.
  • Eine langfristige Dimensionskorrektur der St. Petersburger Straße ist dringend anzuraten.

Neuplanungsvorschlag Lingnerstadt Nord zum Pirnaischen Platz und Grunaer Straße


Wir hoffen unsere Vorschläge finden in der finalen Entscheidungsphase Gehör und werden nach bestmöglichen Maßstäben umgesetzt. Gern stehen wir bei Fragen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,

ihr Team von Stadtbild Dresden – die Bürgerinitiative für Dresdner Baukultur.

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