100 Jahre BAUHAUS

Keiner negiert die historische Notwendigkeit der Entwicklung des Bauhauses am Anfang des 20. Jahrhunderts. Die damals entstandenen Kontraste bildeten den Zeitgeist auch in der Architektur ab. Und diese Zeit gestehen wir dem Bauhaus auch zu – es wohnt ihr eine architekturhistorische baukulturelle Logik inne: Weiterentwicklung.

100 Jahre entwickelte es sich nun aber kaum mehr. Langsam wird es Zeit auch diesen Stillstand zu überwinden. Zu viel von jedem macht satt und hinterlässt einen schweren Magen und unterschwellige Übelkeit. Vom Plattenbau zu den heutigen Schuhkartons ist die architekturhistorische Linie direkt auf die Wurzeln von BAUHAUS zurückzuführen. Es wird endlich Zeit diese manische Reduktion am Bau zu überwinden. Allein schon aus dem Grund, dass sich einige Prinzipien auch sichtlich als „falsch“ herausstellten. So mag Gropius´ Spruch: „Bunt ist meine Lieblingsfarbe.“ schon fast heuchlerisch wirken, wenn das Übermaß aller Bauwerke nur weiß und grau erbaut worden sind und werden. Eine depressive Wirkung ist besonders Grau zuzusprechen – warum sie also permanent in den gesellschaftlichen Alltag, die Öffentlichkeit holen?

Und dies ist nur ein negatives Element, welches sich nach Jahrzehnten des Ausprobierens und ideologisch Manifestierens als sozial und wirtschaftlicher Irrweg entpuppt hat. Warum also weiter so? NEIN – wir wollen weiter kommen. Voran kommen. Zukunft gestalten, statt überkommene Unzulänglichkeiten weiter zu hofieren.

Nicht alles, was BAUHAUS errichtet und gestaltet hat, ist abzulehnen – es wurde sogar viel erstaunlich Gutes erschaffen. Die konstante Bezugnahme modernistischer Scheuklappen auf das Bauhaus hat nicht zu einer Reduktion auf das Wesentliche geführt, sondern auf das Geringste. Und die gesamte Stadtgesellschaft muss die Gegenwart dieser Auswüchse wenigsten Anspruches ertragen – ob sie das nun wollen oder nicht. Architektur sollte kein Tummelplatz für Egomanen sein – nein, es muss vielmehr eine völlig altruistische Maxime von ihr ausgehen.

Gestehen wir BAUHAUS also seine architekturhistorische Bedeutung zu und respektieren deren Haupt- und Kernwerke als Meisterwerke der Architektur. Und damit sollten wir es bewenden lassen und uns dem sinnlich Ästhetischen zuwenden, welches Bauhaus interpretierende Architekten bis heute so schmerzlich vermissen lassen. Um nicht nur bauökologisch, sondern auch baukulturell endlich weiter zu kommen.

http://www.faz.net/aktuell/stil/drinnen-draussen/100-jahre-bauhaus-freischwinger-und-plattenbau-15515704.html

 

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