Richtigstellung

Herr Baubürgermeister Schmidt-Lamontain,


in einem Interview auf dnn-online.de werden Sie wie folgt zitiert:

„Wenn Leute im Internet dazu aufrufen, die Adressen einzelner Mitarbeiter im Stadtplanungsamt herauszufinden, um Probleme auf andere Art und Weise zu klären, dann ist eine rote Linie überschritten. Mit solchen Leuten kann ich nicht reden.“


Hierzu möchten wir gern Stellung beziehen:

  • Es ist richtig, dass auf unserer Facebook-Seite ein solcher Kommentar auftauchte.
  • Dieser Kommentar stammte jedoch nicht von einem Mitglied unserer Initiative.
  • Wir haben uns auf Facebook mit einem Kommentar von der Aussage distanziert.
  • Wir sind danach der Aufforderung der Landeshauptstadt Dresden nachgekommen und haben den Ausgangskommentar umgehend gelöscht.
  • Wir haben uns darüber hinaus per E-Mail an gleicher Stelle entschuldigt und haben zugesichert, dass wir auch künftig solche Kommentare löschen werden.
  • Wir haben die Verfasserin des betreffenden Eintrages in einer privaten Nachricht auf Facebook darum gebeten, künftig auf derartige Drohungen auf unserer Seite zu verzichten und sind dabei auf Einsicht gestoßen.

Unter diesen Umständen sind wir erschrocken und erbost, dass Sie sich öffentlich zu einer derartigen Falschaussage haben hinreißen lassen, die einer Verleumdung gleichkommt. Offenbar verfolgten Sie damit das Ziel, StadtbilDDresden als Anstifter von Gewalt darzustellen und uns als seriösen Partner in der laufenden Debatte zu disqualifizieren. Mäßigen Sie sich!


Nein, Herr Schmidt-Lamontain, SIE haben „eine rote Linie überschritten“ und wenn einer einen Grund hätte, mit jemandem nicht zu reden, dann wären WIR es!


Im Übrigen sehen wir uns auch an anderer Stelle im Interview falsch dargestellt. Es ist nicht so, dass wir den Anspruch erheben, für die gesamte Stadtgesellschaft zu sprechen. Dass sich ein gewisser Unmut weit über unsere Initiative hinaus breitgemacht hat, das dürfte Ihnen jedoch nicht entgangen sein, ebenso wie Umfragen, die eindeutig darauf hindeuten, dass wir zumindest eine stille Mehrheit hinter uns vereinen.

Des Weiteren hat niemand gefordert, dass Sie Maßnahmen für „jede Straßenecke“ ergreifen. Das ist verwaltungstechnisch nicht machbar und auch nicht nötig. Es geht uns vielmehr um gewachsene Strukturen wie in Pieschen, Löbtau oder der Äußeren Neustadt, aber auch Nachkriegssiedlungen mit einer klaren Struktur, deren Charakter durch nicht angepasste Neubauten zerstört wird. Der Verweis darauf, dass Gestaltungssatzungen lediglich allgemeine Regeln formulieren können, jedoch nicht das Gesicht der einzelnen Fassade bestimmen können, werten wir als Ablenkungsmanöver. Die Aussage ist zwar korrekt, aber genau solche allgemeinen Regeln sind es doch, die wir einfordern – Einhalten der typischen Parzellenbreiten, Anpassung an die ortsübliche Traufhöhe, Anpassung an die ortsübliche Dachform, Festlegung stehendender Fensterformate und Ausschluss springender Fensterachsen. Diese Festlegungen sind für Investoren weder finanziell unzumutbar, noch verhindern sie zeitgemäße Architektur im Kanon eines historisch gewachsenen Stadtviertels.

Es wäre dem Stadtbild auch schon sehr geholfen, wenn das Stadtplanungsamt in einem Umfeld denkmalgeschützter Gebäude wie an der Bürgerstraße in Pieschen in einem aktuellen(!) Bebauungsplan nicht explizit dort absolut untypische Flachdächer festsetzen würde. Wer es mit einem harmonischen Gesamtbild ernst meint, trifft zunächst einmal nicht derartige Entscheidungen und macht sich zudem unglaubwürdig, wenn auf angeblich mangelnde Einflussmöglichkeiten verwiesen wird. Es fehlen, so zeigt das Beispiel, vielmehr der grundlegende Wille und die Einstellung, eine harmonische und dennoch spannende und zukunftsorientierte Stadtentwicklung voranzutreiben.

Auch der Verweis auf die Relevanz von Flachdächern für das Stadtklima und die Möglichkeit der Erzeugung erneuerbarer Energien ist wenig stichhaltig. Zum einen kann man sich die Ausbildung von Flachdächern vieler Neubauprojekte auf Luftbildern anschauen und stellt dabei fest, dass diese entweder gar nicht oder nur spärlich begrünt sind. Außerdem wären diese Vorteile auch bei lediglich zum Straßenraum geneigten Dächern und einem sich anschließenden, leicht geneigten Flachdach (Berliner Dach) kaum weniger effektiv realisierbar.

Ergänzend dazu unsere Pressemitteilung.