StadtbilDD | Aktion & Reaktion

Aktion & Reaktion

01.10.16
Bauvorhaben am Neumarkt im Quartier V/1

Offener Brief an die KIB Projekt GmbH

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Zur Planung eines Wohn- und Geschäftshauses im Quartier V-1 am Neumarkt möchten wir nochmals Stellung beziehen und zumutbare Korrekturen am aktuellen Entwurf einfordern.

Wir haben die Verlautbarungen der KIB Projekt GmbH in der Presse vernommen, demgemäß Sie der Auffassung sind, dass seit der Präsentation des ersten Entwurfs zahlreiche und umfassende Änderungen vorgenommen wurden. Sie haben dabei die Beteiligung der Gesellschaft Historischer Neumarkt bekräftigt, demzufolge Sie deren neuerliche Kritik nicht nachvollziehen können.

Wir als Vereinigung StadtbilDD können uns der Position der Gesellschaft Historischer Neumarkt jedoch zumindest in den Grundzügen anschließen.

Zum einen ist unsererseits wohlwollend anzumerken, dass der Entwurf durch die getätigten Umplanungen tatsächlich an Qualität gewonnen hat. Dies ist einerseits anzuerkennen, andererseits sind die getätigten Korrekturen aufgrund der vollkommen unsensiblen Gestaltung in der frühen Planungsphase nicht mehr als die Abkehr von einer das städtebauliche Grundschema negierenden Entwicklung. Lediglich in Relation zur miserablen Ausgangsposition, erscheinen die Anpassungen wohltuend und die demgegenüber eher moderaten Zugeständnisse, sollten die KIB Projekt GmbH nicht dazu verleiten, hier eine Art Gönnerhaltung einzunehmen. Der ursprüngliche Entwurf war plump, kalt und respektlos. Die teilweise Abmilderung dieser Attribute ist nun nicht zwangsläufig gleichzusetzen mit dem Erreichen eines befriedigenden oder gar guten Ergebnisses.

Zudem möchten wir dem im Artikel in der Sächsischen Zeitung zu gewinnenden Eindruck entgegen-treten, dass die Verzögerung des Baustarts hauptsächlich den Umplanungen oder gar den unzähligen Änderungswünschen seitens der Gesellschaft Historischer Neumarkt geschuldet sei. Die Klage der Grundstücksnachbarn, das Einhalten geregelter Abstandsflächen betreffend, sollte hier nicht unerwähnt bleiben.

Sicherlich könnte das Vorhaben mit dem derzeitigen Erscheinungsbild an der Wallstraße oder in der Wilsdruffer Vorstadt durchaus eine Bereicherung darstellen, nicht jedoch im Kontext des Neumarktes. Wir sind der Auffassung, dass sich Bauherren unbedingt der Verantwortung für den für die Dresdner und ganz Deutschland symbolträchtigen Ort bewusst sein sollten und dass das Erscheinungsbild der Bauten an einem der herausragenden Stadtplätze unseres Landes dieser Tatsache gerecht werden muss.

Das Bauen am Neumarkt folgt anderen moralischen Gesetzmäßigkeiten als das Bauen auf der grünen Wiese oder in einer beliebigen Baulücke in einer beliebigen Vorstadtstraße. Die KIB Projekt GmbH präsentiert sich auf ihrer Internetseite als ein Bauherr, der sich die Umsetzung “gelungener Architektur” und individueller Objekte “mit viel Liebe zum Detail” auf die Fahnen geschrieben hat. Perfektion, eine hochwertige Bauqualität und eine anspruchsvolle Freiflächengestaltung stünden im Mittelpunkt.

Wir können diesbezüglich nur an die KIB Projekt GmbH appellieren, die wohlklingenden Ankündigungen durch konkretes Handeln zu untermauern. Es ist eine Ehre und etwas Besonderes am Neumarkt bauen zu können. Wir möchten, dass Sie sich die Firmenphilosophie der KIB Projekt GmbH ins Gedächtnis rufen und, im Gewissen etwas im Sinne der Mehrheit der Dresdner Bürger zu schaffen, ihre Entscheidung des letzten gesprochenen Wortes noch einmal überdenken.

Es war zum Zwecke der Rechtfertigung des Entwurfes viel die Rede davon, einen Übergang zwischen Kulturpalast und der hervorragenden Rekonstruktion des Köhlerschen Hauses zu schaffen. Wir sind zwar der Auffassung, dass es eines Übergangs ohnehin nicht unbedingt bedurft hätte, da der Bruch zwischen der Konzerthalle einerseits und einer neuen Wohn- und Geschäftsbebauung andererseits, ohnehin immer offensichtlich sein wird. Hier treffen zwei vollkommen unterschiedliche Bautypen aufeinander.

An dieser Stelle möchten wir in einer Nebeneinanderstellung die künftige Situation in der Frauenstraße verdeutlichen.

Zudem ist auch das aus dem Baugesetzbuch abgeleitete Anpassungserfordernis zumindest ein strittiger Punkt, da der Kulturpalast zwar einerseits durch seine quantitative Präsenz eine gewisse Wirkung auf sein Umfeld ausübt, dennoch war dies nie ein Teil der Überlegung, dass sich dessen architektonische Ausprägung auf die Gestalt des Neumarktgebietes niederschlägt. Der Kulturpalast ist und bleibt ein Solitär in einer durch Schrägdächer geprägten Bebauung aus Wohn- und Geschäftshäusern und ist deshalb als nicht stilprägend für seine Umgebung einzuordnen.

Zwar hätten auch wir uns die Rekonstruktion des Gutbierschen Hauses an verändertem Standort gewünscht, jedoch empfinden wir den Entwurf in seiner jetzigen Form als ordentlichen Kompromiss. Analog zur Gesellschaft Historischer Neumarkt stören wir uns ebenfalls hauptsächlich an der Dachgestaltung an sich und im Besonderen am Übergang zum Köhlerschen Haus.

Unsere Forderungen sind daher:

1. Variation der Dachgestaltung bei den drei Gebäudeteilen

Anders als in der obenstehenden Fotomontage durch die Verzerrung der Perspektive ersichtlich, werden alle drei Gebäudeteile ein zusammenhängendes Flachdach mit den heute üblichen Technikaufbauten erhalten. Dies entspricht nicht den Grundsätzen des städtebaulich-gestalterischen Konzeptes der Stadt Dresden für den Neumarkt. Das Zusammenlegen von Parzellen sowie die Neuinterpretation der in diesem Quartier vor 1945 sehr uneinheitlichen und fast willkürlichen Dachformen soll nicht dazu führen, dass der Charakter einer altstadttypischen Dachlandschaft umgangen wird.

Wir plädieren hier nachdrücklich für die Ausbildung von ziegelgedeckten Mansarddächern mit unterschiedlicher Dachneigung und einer einheitlichen Firsthöhe.

2. Verzicht auf die Staffelgeschosse auf der Seite zum Köhlerschen Haus

Das Staffelgeschoss entspricht nicht den Vorgaben des städtebaulich-gestalterischen Konzeptes. Zudem wird hier am Übergang zum reich verzierten Köhlerschen Haus ohne Not ein weiterer brutaler Bruch, der die Harmonie des gesamten Straßenzuges stören wird, erzeugt. Dies ist nicht hinnehmbar und mit dem Argument, einen Übergang zum Kulturpalast schaffen zu wollen, nicht plausibel darstellbar, da es sich um die vom Kulturpalast abgewandte Seite handelt. Wir fordern hier die Ausbildung eines Sattel- oder Mansarddaches.

3. Variation der Traufhöhe

Die inzwischen durch unterschiedliche Fensterformate und farbliche Absetzung erzielte kleinteilige Wirkung sollte durch eine zumindest geringfügige Variation der Traufhöhe verstärkt werden. Ausformungen von Giebeln wären dazu ein hinreichendes Mittel.

Wir möchten an dieser Stelle das städtebaulich-gestalterische Konzept in Auszügen zitieren:

“Die Neumarktbebauung ist entsprechend dem Vorkriegszustand überwiegend kleinmaßstäblich wieder zu errichten, um für die vorhandenen Repräsentationsbauten einen Bedeutungsmaßstab zu schaffen.”

“Für den neu zu gestaltenden Bereich gilt der Grundsatz, dass alle Neubauten sich an der historischen Bebauung orientieren müssen. Die Vielgestaltigkeit und Kleinteiligkeit der Bürgerhausquartiere ist auf der Grundlage der Hausparzelle, des Straßenverlaufs, der Dachausbildung, der Fassadengliederung der Fensterform, der Sockel- und Erdgeschossausbildung, der Betonung durch bauliche Akzente, wie Erker oder anderer Akzente, Verhältnis Wand zu Fensteröffnung oder auch auf der Basis eines Hofhauses anzustreben.”

“Die neu zu gestaltenden Häuser müssen sich entsprechend den Forderungen der Quartiersstudien (z. B. Hofhaus), in der Proportion und in der Gliederung in das Straßenbild einfügen. Mit den Neubauten darf keine Vereinheitlichung des Straßenbildes eintreten.”

Das städtebaulich-gestalterische Konzept wurde vom Stadtrat beschlossen, wurde mehrfach fortgeschrieben und ist bis heute als zusätzliches Regelwerk für die Nutzung und Gestaltung bei Vorhaben im Bereich des Neumarktes gültig. Zwar ergeben sich aus dem Baugesetzbuch bei der Beurteilung der Zulässigkeit von Vorhaben nach § 34 BauGB z.B. hinsichtlich der Dachform keine Anhaltspunkte, aber das städtebaulich-gestalterische Konzept greift genau hier ein, indem es Verfahren im Bereich des Neumarktes als Grundlage für die Beurteilung und Durchführung zur Seite gestellt wird.

Der sachliche Geltungsbereich des städtebaulich-gestalterischen Konzeptes wird u.a. wie folgt dargestellt:

“Die festzulegenden Verfahrenswege, wie die Erarbeitung von Vorhaben- und Erschließungsplänen für große Investitionsvorhaben oder Anträge auf Einzelbauvorhaben gemäß § 34 BauGB und Teilbebauungspläne, sowie die Ausschreibung von Realisierungswettbewerben müssen auf den Bestimmungen des städtebaulich-gestalterischen Konzeptes aufbauen.”

Inwieweit die der KIB Projekt GmbH erteilte Baugenehmigung nach § 34 BauGB damit korrekt ist, wäre sicherlich ein interessanter Aspekt im Zuge einer rechtlichen Prüfung. Das Empfehlungsrecht der in einer demokratischen Grauzone neben dem Bauausschuss agierenden Gestaltungskommission Neumarkt ist hier zwar rein formal zu nennen, aber die unbedingte Notwendigkeit eines Staffeldaches neben dem Köhlerschen Haus, konträr zu den Kernaussagen des städtebaulich-gestalterischen Konzeptes, wird sich kaum ausreichend überzeugend, ohne die Verwendung ideologisch begründeter Phrasen, ableiten lassen.

Das StadtbilDD-Team

 

Offener Brief als PDF-Datei

12.09.16
Aufruf zur Rettung des Hotel Stadt Leipzig

Offener Brief

Quelle: Bausituation Dresden

Das Hotel Stadt Leipzig an der Ecke Rähnitzgasse/Heinrichstraße, gilt als ältester Hotelbau Dresdens; seine Entstehung geht bis in das 16. Jahrhundert zurück. Das Gebäude – im spätbarocken Stil errichtet – gehört zu den wenigen aus dieser Zeit noch erhaltenen Gebäuden unserer Stadt.

Trotz des Leerstandes seit den 80er Jahren, besteht noch immer die Hoffnung, dass dieser Zeitzeuge für die Nachwelt erhalten bleibt.

Daran hat sich nichts geändert, wie eine Anfrage beim Pirnaer Büro Seidel Architekten ergab. Dieses ist seit Jahren mit der Sanierung des Hauses und einem Neubau im Hof beauftragt. Noch immer weckt man falsche Hoffnungen: Derzeit würden Generalunternehmer und Bank kurz vor dem Abschluss der Kreditverhandlungen stehen, so die hinlänglich bekannte Absichtserklärung.

Bröckelnder Putz, verrammelte Fenster, wucherndes Unkraut: Seit Jahren schon sieht das ruinöse Hotel Stadt Leipzig seiner Sanierung entgegen. Hochtrabende Pläne für den Bau gibt es seit Jahren, doch bis auf wiederholte Ankündigungen zum Baubeginn, hat sich bisher nichts getan.

Die Hotel Stadt Leipzig Objektgesellschaft mbH, die zum Warschauer Unternehmen Griffin Real Estate gehört, lässt das Gebäude weiter verfallen. Mittlerweile erfolgten bereits Teilabrisse, sogar das Notdach wurde mittlerweile wieder entfernt. Dem Eigentümer fehlt nach eigenem Bekunden sogar hierfür das nötige Geld.

Laut geltendem Gesetz ist jeder Eigentümer dazu verpflichtet, seinen Besitz zu pflegen. Dies gilt im besonderen Maße dann, wenn es sich um ein Baudenkmal handelt, welches durch seine gesamtgesellschaftliche Bedeutung besonders schützenswert erscheint. Kann oder will der Eigentümer dieser Verpflichtung nicht nachkommen, verstößt er gegen Auflagen; spätestens dann besteht für ihn die moralische Pflicht, das Objekt zu veräußern. Ist er zu diesem Schritt nicht bereit, muss als letztes Mittel eine Enteignung in Erwägung gezogen werden und – wenn alle anderen Mittel erschöpft sind – auch tatsächlich erfolgen!

Trotz aller eindeutigen Indizien, zog die Verwaltung bislang jedoch noch nicht einmal eine Enteignung in Betracht, um Dresdens ältestes erhaltenes Hotel vor dem weiteren Verfall zu schützen. Ein Umstand, der berechtigterweise bei den Bürgern zu immer mehr Unmut führt.

Von Seiten der Stadt schiebt man die Verantwortung dem Denkmalamt zu, mit dem lapidaren Hinweis, dass eine Enteignung nur auf Antrag der Oberen Denkmalbehörde des Freistaats durchgeführt werden kann.

Die Landesdirektion spricht aber vom genauen Gegenteil: Die Behörde sei zwar zuständig, bräuchte aber einen Antrag von Seiten der Stadt, um tätig zu werden. Ein solcher Antrag liegt unserer Erkenntnis nach noch immer nicht vor. Und: die Oberste Denkmalschutzbehörde ist auch sonst in keinster Weise mit dem Objekt befasst! Ein Zustand, der für sich spricht und Fragen aufwirft:

Warum ist von städtischer Seite bisher kein entschiedener Schritt unternommen worden, alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen, um dieses Kulturgut zu retten?

Wie kann es sein, dass sich die Landesbehörde für Denkmalschutz allen Ernstes mit der Begründung aus der Verantwortung zu ziehen versucht, in dem sie auf den Umstand verweist, ein derartiges Enteignungs-Verfahren sei noch nie durchgeführt worden?

Wir fordern alle am Entscheidungsprozess Beteiligten dazu auf, umgehend alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, so wie es das Gesetz in solchen Notsituationen vorsieht. Wir appellieren an Sie, endlich das notwendige Druckmittel einer Enteignung gegenüber dem Eigentümer zu positionieren!

Wir werden nicht zulassen, dass durch den Faktor Zeit hier stillschweigend weiter vollendete Tatsachen geschaffen werden!

Der Tag des offenen Denkmals stand in diesem Jahr treffenderweise unter dem Motto:

“Gemeinsam Denkmale erhalten”

Allen Beteiligten und Zuständigen sei dieses Motto als Herzensangelegenheit deutlich ins Bewusstsein gerufen; mit gutem Willen ist eine Rettung in letzter Minute möglich!

Im Namen des StadtbilDD-Teams

Stefan Schiller und Michael Wolf

01.09.16
Stellungnahme zur Forderung der Unterschutzstellung von Plattenbauten

Wir sind durchaus für eine Erhaltung des “ostmodernen” architektonischen Baucharakters, wo Gebäude sinnvoll, individuell und städtebaulich verträglich errichtet wurden – etwa das Rundkino, das Pinguincafe, Altmarkt Ost/West, Güntzstraße, usw. Auch ein besonderer Schutz der architekturhistorischen Abfolge von Wohnensemble-Bauformen von Gorbitz und Prohlis in einer Reihe mit Blasewitz, Striesen und der Gartenstadt Hellerau ist sehr gut vertretbar und von unserer Seite sogar zu begrüßen.

Aber sind wir entschieden gegen den Bestandsschutz von Bauten in sensiblen Bereichen, in denen andere Bau-Charakteristika zur Sprache kommen und der Bau einer DDR-Platte schon damals bewusst zu Brüchen, Überformungen, historischen Verzerrungen oder der Präsentation von politischer Dominanz führen sollte.

An Stellen, wo sich durch Abriss unzweifelhaft ein städtebaulicher Gewinn erzielen ließe, sollte dies aus unserer Sicht unbedingt genutzt werden, um die Entwicklung von Potenzialen wie einem neugefassten Pirnaischen Platz oder die Öffnung des Neustädter Marktes zum Barockviertel Königstraße nicht zu erschweren.

05.02.16
Pressemitteilung zum Bebauungsverfahren Innere Altstadt, Palais Riesch – CG-Gruppe

Als Bürgerinitiative engagieren wir uns für hochwertige Architektur im Sinne moderner Stadtentwicklung. Als basisdemokratische, überparteiliche Organisation verstehen wir unsere Arbeit dahingehend, die Einhaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen bei Bauvorhaben einerseits kritisch zu beobachten, andererseits den Willen der Dresdner Bürgerschaft in der Öffentlichkeit zu vertreten.

Der aktuelle Planungsstand zum neu zu erstellenden Palais Riesch durch den Investor Gröner (CG-Gruppe) gibt Anlass zu großer Sorge, handelt es sich doch bei dem von der sogenannten Gestaltungskommission gekürten Entwurf des Architekturbüros Dähne & Pfau um eine Ausführung, die stilistisch, abgesehen von der Dachpartie, nicht den Vorgaben der städtischen Gestaltungssatzung entspricht. Der Entwurf in seiner jetzigen Fassung setzt auf maximalen Kontrast, er wirkt als ein Fremdkörper provokant, unversöhnlich, indem er gezielt das historische Umfeld durch seine brutale Formsprache konterkariert. Diese Wirkung ist an dieser sensiblen Stelle nicht erstrebenswert und dadurch inakzeptabel.

Daher vertreten wir gegenüber dem Investor und den an den Planungen beteiligten Behörden folgende Forderungen:

  1. Keine weiteren kosten- und zeitintensiven „Werkstatt“- und Überarbeitungsverfahren auf Grundlage des Dähne/Pfau-Entwurfs – eine Rekonstruktion ist an dieser Stelle die naheliegendste und von der ästhetischen Wirkung her die zufriedenstellendste Lösung. Wir möchten an dieser Stelle Herrn Gröner an sein Wort erinnern, eine Rekonstruktion nicht generell abzulehnen bzw. auszuschließen.
  2. Eine Weiterentwicklung/Überarbeitung des aktuellen Planungsentwurfes zum Palais Riesch lehnen wir auch deswegen kategorisch ab, da sich im restlichen Planungsentwurf des Quartier III/2 bereits genug Fassaden-Neuinterpretationen befinden.
  3. Sollte eine originalgetreue Rekonstruktion unter ökonomischen Gesichtspunkten oder geltenden Bauvorschriften nicht möglich sein, so soll eine Rekonstruktion in leicht modifizierter Variante des Vorbildes, ähnlich wie es der Entwurf von Henke vorsah, erfolgen.
  4. Es ist zudem wenig nachvollziehbar, warum die Belüftungs- und Belichtungsverhältnisse bei den Hausnummern Rampische Straße 2 bis 14 eine Wohnnutzung zur Straße hin erlauben, dies ausgerechnet beim Palais Riesch allerdings nicht möglich sein soll.
  5. Im Altstadtkern bauen, heißt in erster Linie für Dresden bauen! Das bedeutet Respekt gegenüber der Geschichte, als auch vor dem Willen der Bürger! Angesichts der Tatsache, dass sich eine deutliche Mehrheit für einen historischen Fassadenentwurf abzeichnet, fordern wir den Investor auf, mit der Dresdner Bürgerschaft den ehrlichen Dialog zu suchen und – in Kooperation mit der GHND- entsprechende Planungen vorzubereiten, die durch einen breiten Konsens mitgetragen werden können.

Für das StadtbilDD-Team

Michael Wolf und Stefan Schiller

Bericht vom Dresden-Fernsehen zu unserer aktuellen Online-Petition

Bericht auf Dresden-Fernsehen ansehen

Nun ist es soweit: Unsere Online-Petition – für eine Rekonstruktion der Orangerie im Herzogin Garten Dresden – ist gestartet! Damit wir unser Ziel von 1.000 Unterschriften erreichen, bitten wir um aktive Unterstützung, durch Werbung im Bekannten- und Freundeskreis!

Alle weiteren Informationen zum Projekt auf der Petitionsseite

Abschied von der Gaslaterne?

Die Stadt diskutiert derzeit wieder mit den Anwohnern. Diese wollen die historischen Leuchten auf jeden Fall erhalten.

Die Bewohner der Wohnsiedlung um die Donndorf-, Cauer-, Thormeyer- und Schurichtstraße machen sich Sorgen. Und dies ganz zu Recht, denn wieder mal steht ein Stück Kultur, und damit ein Teil der Dresdner Identität auf dem Spiel. Die SZ schreibt dazu: „Am 16. Mai will die Stadt in einer Bürgerversammlung im Ortsamt Plauen darüber informieren, was mit den Leuchten passiert. Die sind den Bewohnern in der 30er-Jahre-Siedlung durchaus wichtig. Schon im vergangenen Jahr sollten die Laternen eigentlich abmontiert und durch moderne Stableuchten ersetzt werden. Das hatte für viel Kritik und Protestaktionen gesorgt.“ Straßenbauamtschef Reinhard Koettnitz mag sich derzeit noch nicht über die Zukunft der Leuchten äußern. „Wir haben verschiedene Möglichkeiten geprüft, das Ergebnis stellen wir jetzt vor“, sagt er. Ob es noch in diesem Jahr zu den angekündigten Baumaßnahmen kommen wird, ist derzeit noch offen, denn darüber muß zuerst der Stadtrat entscheiden. Kommt die Baumaßnahme, so sollen sich Drewag und Kommunikationsanbieter an den Arbeiten beteiligen und gleichzeitig Leitungen und Rohre auswechseln. Soweit der Planungsstand von 2012. Und wieder einmal plant die Stadt über ihre Bürger hinweg, und an ihnen vorbei. Dabei wissen die Anwohner genau, was sie für ihre Straßen wollen. SZ: „Die von der Stadt vorgesehenen Leuchten passen nicht in das Wohnbild, sagen sie. Die neuen Lampen sind anderthalb Meter höher als die jetzigen und zudem mit LED-Lämpchen ausgerüstet. Das jetzt warme Licht der Gaslaternen würde dann verschwinden.“ Die Stadt dagegen argumentiert mit dem Alter der Laternen. Die Instandhaltung sei angeblich zu teuer, außerdem seien die Kosten für Gas gestiegen, außerdem müßten die Zuleitungsröhren unter der Erde dringend erneuert werden. Als Kompromiss sind die Anwohner bereit die historischen Leuchten mit mordernen, energiesparenden Leuchtmitteln ausstatten zu lassen. Das Ergebnis über die Frage nach den Kosten und der techn. Machbarkeit soll nun den Anwohnern vorgestellt werden; es bleibt zu hoffen, daß sich bei den Verantwortlichen so langsam die Erkenntnis durchsetzt, daß zur Nachhaltigkeit der identitätsstiftenden Faktor dazugehört.

StadtbilDD-Forum, 8. März 2013

u.a. mit folgenden Themen:

StadtbilDD freut sich, dass im März der erste Vortragsabend in der Reihe “Forum Stadtbild Dresden” stattfinden konnte. Für alle, die nicht persönlich teilnehmen konnten, seien die wichtigsten Erkenntnisse des spannenden und informativen Vortragsabends kurz zusammengefasst:

Der Kunsthistoriker Dr. Stefan Hertzig erläuterte zunächst in einem anschaulichen Vortrag die städtebauliche Bedeutung Dresdens bis ins frühe 20. Jahrhundert. Deutlich wurde dabei die einzigartige Entwicklung der Stadt, ausgehend vom barocken Ideal der Residenz, hin zu einer “Stadtlandschaft”, die in außergewöhnlicher Weise dichte (“urbane”) Stadtviertel und Bereiche mit offener Bebauung und Grünzügen verband. In Verbindung mit architektonisch herausragenden, aber gleichfalls auf ein Gesamtkonzept abgestimmten Einzelbauwerken, entstand so das Bild von “Elbflorenz” und der Ruf zu den schönsten Städten Europas zu gehören.

Dr. Christoph Bieberstein von StadtbilDD stellte anschließend die aktuelle Situation der städtebaulichen Entwicklung dar. Verdeutlicht wurde dabei das Auseinanderklaffen von Anspruch und Wirklichkeit. Anhand zahlreicher Bilder aus dem Bereich der Dresdner Innenstadt sowie innenstadtnaher Wohngebiete (Striesen, Johannstadt) wurde aufgezeigt, wie sehr die eigentlich sehr unterstützenswerten aktuellen Planungsleitbilder (u.a. aus dem Stadtentwicklungskonzept, Planungsleitbild Innenstadt) in vielen Fällen ad absurdum geführt wurden und werden. Die Bewahrung der “Kunst- und Kulturstadt”, das Weiterentwickeln als “Europäische Stadt” sowie das Heilen von Wunden im Stadtkörper scheint bei vielen Neubauprojekten kaum mehr im Blick zu sein. Aus Sicht von StadtbilDD führt der in der öffentlichen Diskussion oft bewusst herbeigeführte Konflikt zwischen “Rekonstruktionsbefürwortern” und “Modernisten” dazu, dass eine wirkliche “zeitgenössische” und den Planungsleitbildern gerecht werdende Entwicklung vernachlässigt wird. Dies ist umso trauriger, da es – wie gezeigt wurde – auch zahlreiche positive Bauprojekte gab und gibt, welche als Ansatzpunkt zur Erreichung der selbstauferlegten Planungsziele dienen könnten.

Daran anknüpfend erläuterte Herr Dipl.-Ing. Frank Wießner als Geschäftsführer der Sivia Baukonzept GmbH (www.sivia.de), dass viele Probleme der Dresdner Stadtentwicklung auf unzulängliche und nicht realisierbare Planungsgrundlagen der Bauleitplanung zurück zu führen sind. Verdeutlicht wurde dies an einem aktuellen Baustandort in Dresden-Striesen. Weiterführend wurde die erfolgte Realisierung eines Projektes im Preußischen Viertel vorgestellt – http://www.sivia.de/Startseite/Aktuelle-…Forststr10.html – woran demonstriert wurde, welche Möglichkeiten zur behutsamen Stadtreparatur bei gleichzeitiger Anpassung an moderne Wohnbedürfnisse bei kleineren Einzelbauwerken dennoch vorhanden sind. Wie schwierig demgegenüber die Rückgewinnung dichter urbaner Strukturen mit historisch überlieferter kleinteiliger Parzellenstruktur im Stadtzentrum derzeit ist, wurde am Projekt “Lingnerallee” aufgezeigt. Das begrüßenswerte Vorhaben des Unternehmens Sivia (http://stadtbildd.de/cms/?p=1520) wurde ebenfalls vorgestellt, wobei jedoch die Schwierigkeiten thematisiert wurden, die in der Unterstützung seitens Politik und Verwaltung vorhanden sind. Es zeigte sich hier, dass die Realisierung von Kleinteiligkeit und Urbanität in Dresden auch an mangelnder Flexibilität scheitert, da nach wie vor eher ein Denken in “Großprojekten” mit einer Umsetzung durch “Großinvestoren” anzutreffen ist.

Welche höchst erfreulichen Bauwerke durch Liebe zum Detail und eine ordentliche Portion Idealismus auch heute geschaffen werden können, zeigte Herr Wentzel als Geschäftsführer der Villa BellaVista GmbH & Co. KG http://www.villa-belavista.de/). In einem unterhaltsamen Vortrag wurde deutlich, welches Potenzial in der Schaffung von an historischen Vorbildern orientierten Bauwerken liegt. Dies gilt einerseits in wirtschaftlicher Hinsicht, da hier eine (eventuell nich mal kleine) “Marktlücke” vorhanden ist, die durch modernen Standardbau nicht befriedigt wird. Andererseits profitieren zahlreiche lokale und regionale Handwerker von derartigen Bauvorhaben. Die ästhetische Durchgestaltung und die Hinwendung zum reichen Formenschatz vergangener Bauepochen ist somit eine Quelle für zukunftsfähiges Bauen im Eigenheimbereich. Der mehrfache Gewinn des “Publikumspreises” beim Bauherrenwettbewerb in Radebeul ist mehr als ein Fingerzeig, dass viele Menschen ein großes Bedürfnis nach derartiger Bauweise besitzen. Dies ist umso aufschlussreicher, da seitens der Expertenkommission noch kein Titel an Bauwerke des Unternehmens vergeben wurde. Spannend ist die sich zwangsläufig ergebende Frage, ob dieses Konzept auch auf Innenstadtbereiche übertragbar ist.

Den kurzweiligen und aufschlußreichen Vorträgen folgte eine Diskussionsrunde, in welcher insbesondere zahlreiche Fragen zu den praxisorientierten Programmpunkten der Herren Wießner und Wentzel beantwortet werden konnten.

Wiederaufbau Hotel Stadt Rom

bezugnehmend auf die anstehende Abstimmung des Stadtrates über das Bauvorhaben und die städtebauliche Fassung des Hotels “Stadt Rom” appellieren wir von StadtbilDD nochmals an alle Stadträte einer Verschiebung und Neuinterpretation des Baukörpers nicht zuzustimmen. Eine Verengung der zukünftig möglichen wiederentstehenden Moritzstraße wäre der Entfaltung des zu rekonstruierenden Palais de Saxe sehr abträglich. Zudem drohen Klagen des Inhabers des Hotels „Steigenberger“ auf Grund einer zu starken Verschattung. Sollte ein minimal invasiver Eingriff in die Bestandsbauten der Wilsdruffer Straße nicht möglich sein, so wäre ein verkürzter Wiederaufbau des Hotels Stadt Rom möglich. Eine weitere Variante wäre, zunächst auf den Wiederaufbau zu verzichten um das weitere Verfahren mit den dortigen Bauten abzuklären. Nicht hinzunehmen ist neben der Verschiebung auch die Neuinterpretation des sehr gut dokumentierten und prachtvollen Kopfbaus. Nicht nur die außergewöhnlich hochwertige Fassade und die damit verbundene Bereicherung des Stadtbildes sprechen für eine Rekonstruktion, sondern auch die große geschichtliche Bedeutung. So weilten bei ihren Aufenthalten im damaligen Hotel Persönlichkeiten wie Casanova oder Karl Marx. Auch in den Gemälden und Stichen zu den Geschehnissen der Mairevolution 1849 in Dresden ist das Hotel Stadt Rom mehrfach verewigt worden. Wir hoffen auf eine verantwortungsvolle Entscheidung der Stadträte. Mit freundlichen Grüßen, für StadtbilDD – Stefan Schiller

Chance vertan!

Mit großer Enttäuschung nehmen wir von der Bürgerinitiative StadtbilDD Dresden die Ablehnung des Antrags der Grünen-Fraktion im Dresdner Stadtrat zu einer frühzeitigen und umfassenden Bürgerbeteiligung zur Kenntnis.

Mit dieser Entscheidung zeigt sich einmal mehr, dass die Meinung der Bürgerschaft in Fragen des Städtebaus von den verantwortlichen Entscheidungsträgern in CDU-Fraktion und Stadtplanung offensichtlich nicht ernst genommen wird. Die immer wiederkehrenden Bürgerproteste der letzten Jahre stellten eindrucksvoll unter Beweis, wie sinnvoll und notwendig die Einbeziehung und Beteiligung der Öffentlichkeit wäre. Oft zeigte sich, dass der Protest der Dresdner gegen bereits “unter Ausschluss der Öffentlichkeit” vorangetriebene Projekte zu einem Aufschub der Bauvorhaben mit zeit- und kostenaufwendigen Umplanungen führte (jüngstes Beispiel ist das Projekt der KIB im Quartier V am Neumarkt). In dieser Hinsicht würde Bürgerbeteiligung nicht, wie jüngst von Herrn Brauns von der CDU-Faktion behauptet, zu Verlangsamung, sondern zu einer Beschleunigung der Bauvorhaben führen. Das Argument, der Planungsprozess würde durch Bürgerbeteiligung unnötig “aufgebläht”, erscheint vor diesem Hintergrund absurd.

Der längst überfällige Vorschlag zu einer umfassenden Beteiligung der Bürgerschaft am Prozess der Dresdner Stadt- und Bauplanung hätte die Chance geboten, die Stadtentwicklung modern und bürgeroffen zu gestalten. Eine umsetzungsorientierte und ergebnisoffene Bürgerbeteiligung ist unserer Meinung nach Ausdruck zeitgemäßer Städtebaupolitik, sie ist ferner der Schlüssel für eine nachhaltige Förderung einer zeitgemäßen Baukultur, die einer Wiedergewinnung urbaner Identität dient. Wie moderner Bürgerdialog erfolgreich funktioniert, zeigt sich am Beispiel von Potsdam und Frankfurt. Dort wird die Öffentlichkeit im Vorfeld in die Planungen miteinbezogen. Monatelange, kostspielige und nervenaufreibende Proteste und Umplanungen werden damit verhindert. Die bisherigen Erfahrungen zeigen außerdem, daß der Bürger – entgegen anderer Behauptungen – durchaus ein treffsicheres Gespür in gestalterischen Fragen hat. Dieses Potential gilt es zukünftig zum Wohle Dresdens zu nutzen!

In diesem Sinne fordern wir von StadtbilDD Dresden den Stadtrat dazu auf, nicht länger den überholten Weg der “Ausgrenzung der Bürgerinteressen” zu verfolgen. Ein neuer Antrag auf umfassende Bürgerbeteiligung erhält daher unsere volle Unterstützung.

Pressemitteilung

Bauvorhaben Hotel Stadt Rom/Neumarkt

Wie der Sächsischen Zeitung vom 3. Mai 2012 zu entnehmen war, geht es bei der Wiedererrichtung des Hotel Stadt Rom in die nächste Planungsphase. Leider mussten wir feststellen, dass seitens der Verwaltung noch immer die Idee der Verschiebung des Komplexes in Richtung Osten verfolgt wird.

Dies halten wir für falsch – denn sie widerspricht einerseits der bisherigen städtischen Planung, so dass Klagen seitens des Betreibers des benachbarten Steigenberger „Hotel de Saxe“ nicht lange auf sich warten lassen und die vorgeschobene Verschattungsdebatte seitens des Rothenburger Martinshofs nur verlagern würde. Andererseits zementiert der favorisierte Entwurf der Architekten Müller/Reimann die unschöne Sackgassensituation der Moritzstraße und macht deren Vollendung sowie die Rekonstruktion des an ihr ehemals gelegenen Palais de Saxe unmöglich. Zugleich ist die Anbindung des Neumarktes über die Moritzstraße auch für die positive Entwicklung der östlichen Willsdruffer Straße nicht unbedeutend.

Es befremdet zudem der Vorschlag, das Hotel Stadt Rom solle nicht als Rekonstruktion, sondern als Neuinterpretation mit integrierten Bruchstücken des Originals entstehen. Als unmittelbarem Kopfbau zur Platzfront des Neumarkts, aufgrund der außerordentlich noblen und bedeutsamen Architektur sowie des geschichtlichen Hintergrunds (Verewigung auf zeitgenössischen Bildnissen der bürgerlichen Revolution im Mai 1849 und der Übernachtung Casanovas und Karl Marx’ im damaligen Hotelbetrieb), kommt der originalgetreuen Gestaltung des Baus eine außerordentliche Bedeutung zu.

Demgemäß fordern wir die Rekonstruktion des Hotel Stadt Rom als Leitbau – eine Neuinterpretation durch ein “Werkstattverfahren” lehnen wir entschieden ab.

Dem Entwurf von dd1-Architekten mit dem Durchbruch der Moritzstraße und der originalgetreuen Rekonstruktion ist im Sinne einer langfristigen und vorausschauenden Stadtplanung der Vorrang zu gewähren. Dieser sollte jedoch dahingehende modifiziert werden, daß nicht nur eine Wiederaufnahme der Moritzstraße, sondern auch der Durchbruch der Kleinen Kirchgasse und Schuhmachergasse möglich wird.

Eine weitsichtige Stadtplanung sollte die Beseitigung der Sackgassen- und Hinterhofsituation im Bereich der Kleinen Kirchgasse und Schuhmachergasse zum Ziel haben, wenn eine Anbindung des Neumarkts im Stadtorganismus gelingen soll.

Wir von StadtbilDD appelieren deshalb an den Stadtrat: Sagen Sie NEIN zu einem sinnlosen “Werkstattverfahren”, das außer Kosten keine langfristig befriedigenden Ergebnisse bringen kann. Entscheiden Sie sich für die, wenn auch zunächst verkürzt ausgeführte, Rekonstruktion des Hotel Stadt Rom und gegen dessen Verschiebung.

- S.Schiller/M.Wolf -

Aufruf

Eine moderne “Interpretation” des Hotel Stadt Rom wird es mit uns nicht geben. Wer unseren Protest unterstützen möchte, der richte seinen Einspruch an folgende Verantwortliche:

CDU Fraktion

Fraktionsvorsitzender: Dr. Georg Böhme Korn, E-Mail: info@dresden-cdu.de

FDP Fraktion

Fraktionsvorsitzender: Holger Zastrow, E-Mail: info@fdp-dresden.de

SPD Fraktion

Fraktionsvorsitzender: Dr. Peter Lames, E-Mail: info@spd-fraktion-dresden.de

Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) E-Mail:

Kontaktformular

Geschäftsbereich Stadtentwicklung

Oberbürgermeisterin

Helma Orosz, E-Mail: oberbuergermeisterin@dresden.de

Postanschrift der Stadtratsfraktionen: Dr.-Külz-Ring 19, D-01967 Dresden

Stellungnahme zur Umbesetzung der Gestaltungskommission Neumarkt

05.03.12

Am 29. Februar wurde den jeweils verantwortlichen Dresdner Stadträten, der Oberbürgermeisterin Frau Orosz, dem Baubürgermeister Herrn Marx sowie dem Stadtplanungsamt unsere Stellungnahme zur Abstimmung über die Neubesetzung der Gestaltungskommission teilweise persönlich im Dresdner Rathaus überbracht.

Stellungnahme zum Download

Wenn Sie unser Anliegen unterstützen möchten, so richten Sie ihre Anregungen oder Kritik bitte direkt an die Vorsitzenden der Stadtratsfraktionen von CDU,FDP und SPD. Wer nicht die Zeit hat selbst einige Zeilen zu verfassen, der sei auf unseren Formbrief verwiesen.

CDU Fraktion

Fraktionsvorsitzender: Dr. Georg Böhme Korn, E-Mail: info@dresden-cdu.de

FDP Fraktion

Fraktionsvorsitzender: Holger Zastrow, E-Mail: info@fdp-dresden.de

SPD Fraktion

Fraktionsvorsitzender: Dr. Peter Lames, E-Mail: info@spd-fraktion-dresden.de

Oberbürgermeisterin

Helma Orosz, E-Mail: oberbuergermeisterin@dresden.de

Postanschrift der Stadtratsfraktionen: Dr.-Külz-Ring 19, D-01967 Dresden

Kundgebung am 08.10.11

11.10.11

Bei herbstlich kühlem Wetter führten wir unsere 3. Kundgebung, dieses Mal in der Inneren Neustadt, durch. Trotz der etwas widrigen Umstände konnten wir wieder mit einer Vielzahl von Dresdner Bürgern sowie Besuchern unserer Stadt angeregte Gespräche führen. Unsere Redebeiträge wurden mit Interesse verfolgt, wofür wir uns bei allen Besuchern unseres Standes ganz herzlich bedanken wollen.

Wir würden uns freuen, wenn Sie sich auch während der nun aktionsfreien Wintermonate regelmäßig auf unserer Internetseite informieren. Wir werden Sie natürlich über die aktuelle städtebauliche Entwicklung auf dem Laufenden halten. Sobald der Termin für unsere 4. Kundgebung im Frühjahr 2012 feststeht, werden wir Sie an dieser Stelle umgehend informieren.

Kundgebung am 09.09.11

11.09.11

Unsere zweite Kundgebung ist Geschichte und wir ziehen insgesamt ein positives Fazit. Es wurden wieder viele Gespräche mit interessierten Bürgern geführt, sowohl mit Dresdnern, als auch mit Besuchern unserer Stadt.

Unsere Eindrücke nach der 1.Kundgebung vom 15.8. wurden bestätigt, der überwiegende Teil lehnt das geplante Projekt der KIB im Quartier V/1 ab und unterstützt uns darüber hinaus bei unserer Hauptforderung nach eine zeitgemäßen Baukultur. Die große Unterstützung für unser Vorhaben gibt uns Kraft weiter für unsere Sache zu kämpfen.

Ein großer und herzlicher Dank an dieser Stelle an alle Besucher, Gesprächsteilnehmer sowie Teilnehmer an unserem Demonstrationszug. Wir hoffen auf eine noch größere Unterstützung bei unserer dritten Kundgebung am Samstag den 08.10.2011 um 14 Uhr, zu der wir Sie/Euch schon mal recht herzlich einladen wollen.

Mit Blick aufs Bauen: Wem gehört die Stadt?

Wochenkurier Dresden vom 14.09.11
von Carola Pönisch

Aus­ufern­de In­ves­to­ren­ar­chi­tek­tur, feh­len­der Bezug zu Dresd­ner Bau­tra­di­tio­nen, ab­so­lu­tis­ti­sches Han­deln des Stadt­pla­nungs­am­tes – die Vor­wür­fe der Grup­pie­rung Stadt­bilDD gegen das Bau­ge­sche­hen in Dres­den wie­gen schwer.

Die jun­gen Leute zwi­schen 20 und 40, die sich am Frei­tag nahe des Neu­mark­tes als “Stadt­bilDD” Gehör ver­schaff­ten, wol­len nicht als no­to­ri­sche Nein-Sa­ger oder Ewig­gest­ri­ge gel­ten. Aber sie fin­den, dass es Zeit ist, re­flek­tiert, dif­fe­ren­ziert und sach­lich über städ­te­bau­li­che Ent­wick­lung in Dres­den zu reden. Vor allem das Bau­vor­ha­ben der Nürn­ber­ger KIB Pro­jekt am Neu­markt brach­te das Fass of­fen­bar zum Über­lau­fen.

Hier soll ein mo­der­ner, ge­sichts­lo­ser Wür­fel­bau mit Ge­schäf­ten, Büros und Woh­nun­gen ent­ste­hen. Doch Bei­spie­le für aus­tausch­ba­re Ein­heits­bau­ten fin­den sich über­all in Dres­den. „Das ist glo­ba­li­sier­te In­ves­to­ren­ar­chi­tek­tur, mit einer dem ge­stal­te­ri­schen An­spruch einer Kunst- und Kul­tur­stadt un­wür­di­gen Fas­sen­den­ein­falt“, sagt Mi­cha­el Wolf, einer der In­itia­to­ren. „Wir for­dern ja nicht die be­din­gungs­lo­se Re­kon­struk­ti­on des alten Dres­den oder den Aus­schluss der Mo­der­ne aus der In­nen­stadt.

Doch wir kri­ti­sie­ren das ab­so­lu­tis­ti­sche Han­deln des Stadt­pla­nungs­am­tes, den Ver­lust von äs­the­ti­schem Au­gen­maß sowie den feh­len­den Bezug zu Dresd­ner Bau­tra­di­tio­nen.“ So sei die Ge­stal­tung von Plät­zen in den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren oft nur ein Ver­sie­geln der Flä­che ge­we­sen, Orte zum Ver­wei­len gäbe es kaum oder sie wür­den von den Bür­gern als sol­che nicht er­kannt. „Wir fin­den, dass sich unter den Ver­ant­wort­li­chen in der Stadt­ver­wal­tung eine Sicht­wei­se durch­ge­setzt hat, die wahl­wei­se auf glo­ba­le Ver­ein­heit­li­chung, An­spruchs­lo­sig­keit und man­geln­de Sen­si­bi­li­tät setzt.

In einer de­mo­kra­ti­schen Ge­sell­schaft muss des­halb die Frage er­laubt sein, wem die Stadt ge­hört und wer über ihr Aus­se­hen be­stimmt.“ Die Ge­stal­tungs­kom­mis­si­on Neu­markt nennt die Grup­pie­rung einen „bür­ger­feind­li­chen Ex­per­ten­zir­kel“, for­dert deren Auf­lö­sung oder Um­be­set­zung. Au­ßer­dem müsse es eine neue Wett­be­werbskul­tur geben, mehr Trans­pa­renz bei Bau­vor­ha­ben und mehr Ein­be­zie­hung der Dresd­ner. „Am 8. Ok­to­ber wer­den wir er­neut de­mons­trie­ren“, sagt Mi­cha­el Wolf.

Kundgebung am 15.08.11

17.08.11

Am 15.08. haben wir am Neumarkt-Quartier V-1 eine Kundgebung gegen den Neubau der KIB-Projekt GmbH organisiert. Aufhänger unserer ersten öffentlichen Aktion waren sowohl das geplante Vorhaben als auch grundsätzliche Dinge wie die niedrige Qualität der meisten innerstädtischen zeitgemäßen Nachwendebauten und die unzureichende Einbeziehung von Bürgerinteressen. Wir konnten uns so zum ersten Mal in der Öffentlichkeit präsentieren, mit interessierten Mitbürgern diskutieren und Kontakte knüpfen.

Im Rahmen der Veranstaltung haben wir einen alternativen Entwurf auf Basis des derzeit aktuellsten Planungssstandes der KIB präsentiert. Wir hatten nicht den Anspruch eine nach unserem Empfinden dem Ort in idealer Weise angemessene Bebauung zu präsentieren, sondern eine Möglichkeit für einen Kompromiss aufzuzeigen, der zumindest die offensichtlichsten Makel bereinigt. Dazu gehören für uns das Staffeldach in der Nachbarschaft zum Köhlerschen Haus, die leider beinahe nicht vorhandene äußere Kleinteiligkeit und der einheitliche, dem Neumarktgebiet unzuträgliche, weiße Fassadenanstrich.